das HauskreisMagazin

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Dem Philipperbrief eilt ein guter Ruf voraus: es handele sich um einen Brief des Apostels Paulus, der „auf Freude programmiert“ sei (Jürge Blunck). Und tatsächlich zieht sich das Thema Freude und Zuversicht wie ein roter Faden durch den Brief hindurch. „Freut euch immerzu, mit der Freude, die vom Herrn kommt! Und noch einmal sage ich: Freut euch!“ (4,4), so lautet der berühmte Satz. Diese Freude entspringt für Paulus nicht einem optimistischen Lebensgefühl und auch nicht optimalen Lebensbedingungen. Im Gegenteil: Paulus befindet sich durch seine Inhaftierung persönlich in einer schwierigen Lage.

Was hat Paulus gegen die Beschneidung? Wo sitzt er im Gefängnis? Was macht den Philippern zu schaffen? Eine Einführung in den Philipperbrief.

Paulus inhaftiert
Paulus befindet sich wieder einmal im Gefängnis. Die genaueren Umstände werden im Brief nicht erwähnt, sodass nicht abschließend geklärt werden kann, wo Paulus inhaftiert ist und was der genaue Haftgrund ist. In der Apostelgeschichte wird berichtet, dass er in Cäsarea (Apg 23ff.) und Rom (Apg 28) einsaß, 1 Kor 15,32 deutet auf eine Haft in Ephesus hin. Das rege Hin und Her zwischen Paulus und der Gemeinde in Philippi lässt das weit entfernte Rom unwahrscheinlich erscheinen. Offensichtlich lassen es die Haftbedingungen zu, dass Paulus Besucher empfangen kann und Briefe erhält und schreibt. Der Prozessausgang scheint allerdings ungewiss. Eventuellmuss Paulus garmit der Todesstrafe rechnen (Phil 1,19f.). Er ist schon zufrieden, dass mittlerweile deutlich wurde, dass er wegen seines Glaubens inhaftiert ist (Phil 1,13). Bei aller juristischen Ungewissheit hofft Paulus jedoch auf einen Freispruch, um so Gott weiter dienen zu können (Phil 1,25; 2,24). Seine konsequente Ausrichtung auf Christus schenkt ihm jedoch eine erstaunliche Gelassenheit in Bezug auf sein eigenes Schicksal (Phil 1,21).

Verwerfungen in der Gemeinde
Paulus fühlt sich der Gemeinde sehr verbunden. Er hatte sie auf seiner zweiten Missionsreise gegründet (Apg 16). Im Haus der Purpurhändlerin Lydia kommt zunächst Paulus, später wohl die neue Gemeinde für ihre Zusammenkünfte unter. Paulus lässt sich von den Philippern auch gerne finanziell unterstützen. Von anderen Gemeinden will er das offenbar nicht. Am Ende des Briefes quittiert er eine durch seinen Mitarbeiter Epaphroditus überbrachte Geldsumme (Phil 4,18). Ein anderer Mitarbeiter, Timotheus, soll möglichst bald mit guten Nachrichten nach Philippi reisen.
Wie Paulus ist auch die Gemeinde in Auseinandersetzungen verwickelt (Phil 1,30: „Ihr habt denselben Kampf zu bestehen wie ich.“). Aus diesem Grund appelliert er: „Steht alle fest zusammen in derselben Gesinnung!“ (Phil 1,27) Diese Gesinnung soll sich an der Demut orientieren, die Jesus vorgelebt hat. So kommen auch keine selbstsüchtigen und eitlen Streitigkeiten auf (Phil 2,3), wie sie in der Gemeinde allem Anschein nach existierten. Ausgerechnet zwei bewährte Mitarbeiterinnen müssen ausdrücklich ermahnt werden, ihren Streit zu beenden (Phil 2,3f.). Eine weitere Herausforderung für die Gemeinde waren Personen, die die Gemeinde mit missionarischem Eifer auf das Gesetz Moses verpflichten wollten. Man müsse sich als nichtjüdischer Christ beschneiden lassen, um dem Wort Gottes Rechnung zu tragen (Phil 3,2f.), forderten sie. Für Paulus ist das kein Randthema. Für ihn entscheidet sich an dieser Frage, ob man die Bedeutung von Christus erkannt hat oder nicht. Er selber hat einen radikalen Schnitt zu aller Glaubenspraxis vollzogen, die sich an dem alttestamentlichen Gebot messen lassen will (Phil 4,7ff.). Die traditionellen Wertvorstellungen haben für ihn

Dr. Christian Kupfer ist Pastor der FeG Remscheid-Lennep.

Predigten zum Philliperbrief gibt es hier.